Die neuen Spielzeithefte sind da

Das Leitungsteam der Bühnen Bern, das sich aus Intendant und Konzertdirektor Florian Scholz, Tanzdirektorin Isabelle Bischof, den Co-Operndirektoren Rainer Karlitschek und Nicholas Carter sowie Schauspieldirektor Roger Vontobel und Felicitas Zürcher, Chefdramaturgin des Schauspiels zusammensetzt, präsentierte heute das Programm der kommenden Spielzeit 2022 / 2023.

In der zweiten, künstlerisch durch dieses Team verantworteten Spielzeit sind an den Bühnen Bern über 50 Premieren und Konzerte, sowie zahlreiche Projekte und Sonderveranstaltungen im Musiktheater, Ballett, Schauspiel und vom Berner Symphonieorchester geplant, darunter vierzehn Ur- und Erstaufführungen.

 

Das gemeinsame Schaffen setzt sich sowohl gesellschaftliche Relevanz als auch künstlerische Exzellenz zum Ziel. In der Spielzeit 2022 / 2023 bieten die Bühnen Bern eine grosse Vielfalt an Stücken, Kreationen und Themen sowie zahlreiche Angebote für Kinder und junges Publikum. Die Gestaltung von aktuellen und zukünftigen Lebenswelten wird in unterschiedlichsten Aspekten unserer Produktionen aufgegriffen und im Möglichkeitsraum des Theaters befragt. In diesem Sinne umfasst der Spielplan ein breites Spektrum an Werken und Auftragswerken. Neben einer Vielfalt von künstlerischen Handschriften und hochkarätigen Künstler*innen setzen die Bühnen Bern auch in der kommenden Spielzeit auf Vernetzung und Öffnung. 

 

Das Schauspiel Bern eröffnet die Spielzeit mit dem Schweizer Klassiker Die schwarze Spinne in der Regie des renommierten Regisseurs Armin PetrasGernot Grünewald als einer der exponiertesten Vertreter des Dokumentartheaters widmet sich in Hunger. Ein Feldversuch einem der grössten globalen Themen der Gegenwart. Regisseurin Franziska Autzen inszeniert mit Bestien, wir Bestien eine Uraufführung der vielfach ausgezeichneten Autorin Martina Clavadetscher und die Schweizer Regisseurin Barbara Weber öffnet in Das Bernbuch dem Blick des Afroamerikaners Vincent O. Carter auf die Schweiz und seinen Rassismuserfahrungen einen Raum. Daneben setzt das Schauspiel Bern die Zusammenarbeit mit den jungen Regisseur*innen Mathias Spaan in Die Räuber und Ruth Mensah in der Uraufführung von Hänsel & Greta & The Bad Witch von Kim de l’Horizon fort. Schauspieldirektor Roger Vontobel wird mit zwei Regiearbeiten vertreten sein: Als spartenübergreifendes Projekt von Schauspiel, Oper, Chor und mit Beteiligung des Berner Symphonieorchesters wird er die Uraufführung der Schauspieloper Carmilla oder das Zeitalter der Vampire von Jan Dvořák inszenieren sowie die Schweizer Erstaufführung des Broadwayerfolgs Grand Horizons mit Heidi Maria Glössner in der Hauptrolle. Neben zahlreichen innerstädtischen Kooperationen wird das Schauspiel Bern mit dem Format «Schauspiel mobil» weiterhin gezielt grosse Stoffe in kleiner Form zu Aufführungen in Stadt, Land und Region bringen. Innerhalb des neuen Nachhaltigkeitsformats «x-change» wird das Schauspiel mit dem Theater Freiburg im Breisgau und dem Theater Winkelwiese Inszenierungen austauschen, die dadurch öfter und länger gespielt werden können. Hiermit sollen Produktionsbedingungen überdacht und Ressourcen geschont werden. 

 

Musiktheater, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt ist die Devise der Oper Bern, die einem der wichtigsten Komponisten der Gegenwart, Georg Friedrich Haas einen Kompositionsauftrag erteilt hat und im September mit der Uraufführung Sycorax Premiere feiert. Der Chefdirigent der Oper Nicholas Carter setzt mit Die Walküre seine äusserst erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ewelina Marciniak am Ring des Nibelungen fort. Er wird ebenfalls den Doppelopernabend L’Enfant et les sortilèges von Maurice Ravel und Iolanta von Peter I. Tschaikowsky dirigieren, den der vielfach ausgezeichnete Regisseur David Bösch in Szene setzen wird. Lange war die Oper Guillaume Tellvon Gioachino Rossini nicht mehr in Bern zu erleben, die den Schweizer Nationalmythos nun in einer Inszenierung der renommierten Regisseurin Amélie Niermeyer auf die Bühne bringt, musikalisch geleitet von Sebastian Schwab. Mit Next to Normal steht auch wieder ein Musical auf dem Programm. Regie führt der ausgewiesene Musical-Spezialist Gil Mehmert. Als letzte Opernpremiere der Saison steht Iphigénie en Tauride von Christoph Willibald Gluck auf dem Programm, eine Koproduktion mit der Opéra National de Lorraine. Die junge italienische Regisseurin Silvia Paoli gibt mit der antiken Geschichte aus der Atriden-Familie ihr Debut an der Oper Bern. Die Rolle der Iphigénie wird von der Sopranistin Masabane Cecilia Rangwanasha gesungen. 
Eröffnet wird die Spielzeit 2022 / 2023 mit der wohl beliebtesten Mozartoper überhaupt: Die Zauberflöte in der Inszenierung von Patrick Schlösser unter der musikalischen Leitung von Thomas Rösner.

 

Das Berner Symphonieorchester setzt seine Zusammenarbeit mit einer Vielzahl erstklassiger Gast-Dirigent*innen und Solist*innen fort. Für jedes der doppelt geführten Abonnementskonzerte, sowie für die Extra-und Sonderkonzerte konnten international gefragte Künstler*innen gewonnen werden. Bei den Dirigent*innen zeigen Musiker*innen wie James ConlonAriane MatiakhJoana MallwitzGemma NewKristiina PoskaGiedrė ŠlekytėKrzysztof Urbański und Jaap van Zweden die Erstklassigkeit und Vielfalt der Konzertsaison, die durch zahlreiche Solisten und Solistinnen von Weltrang bereichert wird. 

Ein Wiedersehen wird es mit Starsopranistin Regula Mühlemann und Tenor Mauro Peter geben, sowie dem Ehrendirigenten des Berner Symphonieorchesters Mario Venzago, der mit Cellistin Sol Gabetta auftreten wird. Auch Co- Operndirektor Nicholas Carter ist bei zwei Programmen als Konzertdirigent zu erleben. Zudem wird das Berner Symphonieorchester gemeinsam mit der Schweizer Popikone Sophie Hunger bei einer neuen Ausgabe des Sonderformats Über ds Chrüz musizieren. 

 

Bern Ballett eröffnet die Ballettsaison unter der Leitung von Tanzdirektorin Isabelle Bischof mit der Uraufführung The Loss of Nature im Stadttheater, bei der das baskisch-italienische Choreograf*innen-Duo Iratxe Ansa und Igor Bacevich sowie die britische Choreografin Caroline Finn das Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Natur befragen. In Bach Recomposed treffen in einer zweiten Produktion am Stadttheater zeitgenössische Tanzstile in Choreografien von Po-Cheng TsaiMauro Astolfi und Marie Chouinard auf den musikalischen Kosmos von Johann Sebastian Bach. Schlicht Velázquez heisst der Tanzabend, mit dem das italienische Choreografen-Duo Kor’sia, bestehend aus den zwei Tänzern und Choreografen Antonio de Rosa und Mattia Russo nach Bern zurückkehrt. Die Tanzsaison wird durch das Festival Tanzplattform Bern abgeschlossen. 

Zum Auftakt der Saison 2022 / 2023 findet am 27. August 2022 traditionell das grosse Open- Air- Konzert des Berner Symphonieorchesters auf dem Bundesplatz statt. Aber schon nachmittags starten die Bühnen Bern und öffnen die Türen für das Theaterfest mit einem Programm für die ganze Familie.

Wir freuen uns, Ihnen den gesamten Spielplan der Spielzeit 2022 / 2023 vorzustellen.

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