Auch dieses Jahr präsentieren sich wieder mehrere junge Ensembles im Rahmen des ECMA-Podiums dem Berner Konzertpublikum, und auch dieses Jahr ist erneut ein Streichquartett von Béla Bartók im Programm.
Béla Bartóks viertes Streichquartett entstand 1928 und ist in einer weit ausladenden sogenannten Bogenform konstruiert. Bartók selbst beschreibt dies so: «Der langsame Satz bildet den Kern des Werkes, die übrigen schichten sich um diesen, und zwar ist der vierte Satz eine freie Variation des zweiten Satzes. Die Sätze eins und fünf wiederum haben gleiches thematisches Material, das heisst: um den Kern (Satz drei) bilden die Sätze eins und fünf die äussere, die Sätze zwei und vier die innere Schicht.» Das Quartett ist von fesselnder Virtuosität und einer bis dahin ungehörten Klanglichkeit.
Die Klangwelt der Saxophone betreten wir mit der Bearbeitung zweier Lieder ohne Worte von Fanny Hensel. Diese, vor allem durch ihren Bruder Felix Mendelssohn bekannt gewordene Gattung kurzer Musikstücke, die auch ohne Worte alle erzählerischen Eigenschaften eines Liedes erfüllen, können wir getrost als die intimste Identität romantischer Musik verstehen.
Das verblüffende Werk «Planyiment» des katalanischen Komponisten Salvador Brotons i Soler zeigt die Stärken einer Originalkomposition. Die vier Saxophone werden hier sehr geschickt, ihren ureigensten Eigenschaften nach, in freier Form und mit viel Feingefühl eingesetzt.
Ludwig van Beethovens Klaviertrios op.1 setzten im Wien des Jahres 1795 neue Massstäbe für die Gattung Klaviertrio. Beethovens Förderer Fürst Lichnowsky finanzierte den Druck der Werke und half mit ersten privaten Aufführungen, die drei Werke bekannt zu machen, die uns noch heute mit ihrer Tiefe und ihrem Spielwitz begeistern.
Turicum Quartett
Das Turicum Quartett verbindet Musiker aus vier verschiedenen Ländern. Jiska Lambrecht (Belgien), Karolina Miśkowiec (Polen), Amir Liberson (Israel) und Maura Rickenbach (Schweiz) begegneten sich an der Zürcher Hochschule der Künste.
Kurz nach seiner Gründung 2021 wurde das junge Streichquartett mit einem Musikpreis des Kiwanis-Clubs ausgezeichnet. 2023 gewann das Turicum Quartett den zweiten Preis beim renommierten Karol Szymanowski International Music Competition. Ihre Performance wurde weltweit von MediciTV live übertragen, und sie erschienen in The Strad und auf The Violin Channel.
Zu den bisherigen Höhepunkten zählen u.a. ihr Debüt in der Tonhalle Zürich, Auftritte im NOSPR in Katowice sowie die Zusammenarbeit mit dem Gringolts Quartett beim Mizmorim Festival in Basel. Im Jahr 2024 waren sie Quartet in Residence beim Ticino Musica Festival. In dieser Saison treten sie in Belgien, Deutschland, der Schweiz, Österreich, dem Vereinigten Königreich, Polen, Italien und Norwegen auf.
Das Turicum Quartett ist sehr dankbar für die künstlerische Unterstützung von Ilya Gringolts (Gringolts Quartett), Axel Schacher (Belcea Quartett) und Gregor Sigl (Artemis Quartett). 2024-2025 sind sie für einen Graduiertenkurs in Basel in den Klassen von Rainer Schmidt (Hagen Quartett) und Silvia Simionescu (Gringolts Quartett) zugelassen. Das Turicum Quartett ist eines der festen Ensembles bei Villa Musica in Deutschland, ist Mitglied von Le Dimore del Quartetto und wurde für die European Chamber Music Academy (ECMA) ausgewählt.
Osimun Quartett
Osimun Quartet ist ein junges Saxophonquartett, das 2022 gegründet wurde und aus spanischen Musiker*innen besteht: Diego Dávila, Fátima Alcázar, Inés González und Ricard Martínez. Mit Wohnsitz in Köln und Maastricht studieren sie an der Netherlands String Quartet Academy und der European Chamber Music Academy unter der Leitung von Persönlichkeiten wie dem Quatuor Ébène und Johannes Meissl.
Trotz ihrer kurzen Laufbahn haben sie bereits in renommierten Sälen wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Solti Hall in Budapest oder der Tauber Philharmonie in Deutschland konzertiert. 2025 gehen sie als Finalisten des Dutch Classical Talent auf eine Tournee mit 15 Konzerten. Weitere Auszeichnungen umfassen den ersten Preis beim Storioni Competition und der Dörken Stiftung. Mit grossem Engagement für zeitgenössische Musik arbeiten sie mit Komponistinnen wie Charlotte Bray und Arjan Linker zusammen. Einige Mitglieder unterrichten zusätzlich an Musikhochschulen in Deutschland.
Trio Bedrich
Das Trio Bedrich, bestehend aus Margherita Ceruti (Violine), Michele Mazzola (Violoncello) und Filippo Piredda (Klavier), wurde 2023 in der Klasse von Monica Cattarossi am Konservatorium «Giuseppe Verdi» in Mailand gegründet. Durch den Gewinn des 3. Preises beim Preis des Konservatoriums wurde das Trio eingeladen, in so renommierten Sälen, wie der Sala Puccini, der Casa Verdi (beide in Mailand), dem Teatro Gonzaga (Ostiano) und dem Teatro Carmen (Cagliari) aufzutreten.
Im Jahr 2025 gewannen sie den ersten Preis und den Publikumspreis beim 29. Internationalen Kammermusikwettbewerb «Giulio Rospigliosi». Derzeit sind sie Schüler von Bruno Giuranna an der Accademia Stauffer in Cremona und studieren in der Kammermusikklasse von Patrick Jüdt an der HKB in Bern.
Darüber hinaus werden sie weiter von Monica Cattarossi begleitet und haben an zahlreichen Meisterkursen u.a. bei Enrico Bronzi, Alberto Miodini, Pierpaolo Maurizzi, Martina Santarone, Andrea Lucchesini, Enrico Pace und Patrick Jüdt teilgenommen.