Orchestre de la Suisse Romande

Orchester

Seit der Gründung durch den Dirigenten Ernest Ansermet im Jahr 1918 haben fast 700 Musikerinnen und Musiker zum Ruf des Orchestre de la Suisse Romande (OSR) beigetragen. Seine historischen Aufnahmen und Interpretationen des französischen und russischen Repertoires des 20. Jahrhunderts prägen diesen bis heute. Das Orchester zählt 112 fest engagierte Musikerinnen und Musiker aus 22 Nationen. Ab der Spielzeit 2026/27 übernimmt Tugan Sokhiev die Position des Chefdirigenten und künstlerischen Beraters. Das OSR gibt jährlich mehr als 80 Konzerte. Dazu gehören Abonnementkonzerte in Genf und Lausanne, die Sinfoniekonzerte der Stadt Genf, das jährliche Konzert zum Tag der Vereinten Nationen sowie Opernaufführungen am Grand Théâtre de Genève.

Unter seinem Gründer und den nachfolgenden musikalischen Leitern hat das international renommierte OSR die Musikgeschichte aktiv mitgestaltet: Paul Klecki (1967 bis 1970), Wolfgang Sawallisch (1970 bis 1980), Horst Stein (1980 bis 1985), Armin Jordan (1985 bis 1997), Fabio Luisi (1997 bis 2002), Pinchas Steinberg (2002 bis 2005), Marek Janowski (2005 bis 2012), Neeme Järvi (2012 bis 2015) und Jonathan Nott (2017 bis 2025). Hinzu kommt Kazuki Yamada, der von 2012 bis 2017 als erster Gastdirigent wirkte. Das Orchester lädt sein Publikum immer wieder dazu ein, Werke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten zu entdecken. Neue sinfonische Werke und das Schaffen Schweizer Komponistinnen und Komponisten zu fördern, zählt zu seinen wichtigsten Aufgaben. Das OSR hat an Uraufführungen von Werken von Igor Strawinsky, Darius Milhaud, Arthur Honegger, Frank Martin, André-François Marescotti, Benjamin Britten, Witold Lutosławski, Heinz Holliger, William Blank, Peter Eötvös, James MacMillan, Pascal Dusapin, Nina Šenk, Michael Jarrell, Sandrine Rudaz und Ezko Kikoutchi mitgewirkt.

Das 2019 gestartete Residenzprogramm brachte bereits die Komponisten Yann Robin und Michael Jarrell, die Pianisten Francesco Piemontesi und Marc Perrenoud, den Geiger Frank Peter Zimmermann sowie den Klarinettisten Martin Fröst zum OSR. Daniel Harding wirkte als Dirigent in Residenz, zuletzt folgte in der Spielzeit 2024/25 die Saxofonistin Valentine Michaud. Das Programm ermöglicht dem Orchester, intensive künstlerische Beziehungen aufzubauen und neue Impulse aufzunehmen.

2022 schuf das OSR eine Stelle für eine Assistenzdirigentin oder einen Assistenzdirigenten. Sie bietet jungen Talenten die Möglichkeit, bei der Vorbereitung von Konzertprogrammen, Aufnahmen, Opern und Tourneen direkt mit der musikalischen Leitung und dem Orchester zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sammeln sie wertvolle Erfahrungen im Orchestermanagement. Seit 2024 vergibt das OSR diese Stelle ausschliesslich an Dirigentinnen. Für die Spielzeit 2026/27 hat es Martyna Szymczak zur Assistenzdirigentin ernannt.

1954 realisierte das OSR unter der Leitung seines Gründers Ernest Ansermet die weltweit erste stereofonische Aufnahme eines Sinfonieorchesters und nahm damit eine Vorreiterrolle ein. Siebzig Jahre später erkundet das Orchester mit Virtual Hall® neue Möglichkeiten der Musikvermittlung. Die erste öffentlich zugängliche mobile Virtual-Reality-App dieser Art ermöglicht es, vollständig in ein Sinfonieorchester einzutauchen. Ihre weltweite Erstveröffentlichung im April 2025 markiert einen Meilenstein an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und eröffnet neue Wege, Musik zu erleben.

Seit seinen Anfängen arbeitet das OSR eng mit Radio Télévision Suisse (RTS) zusammen. Die Radioübertragungen seiner Konzerte erreichen Millionen Menschen weltweit. Die Zusammenarbeit mit Decca, aus der mehr als 100 Schallplatten und zahlreiche legendäre Aufnahmen hervorgingen, festigte die internationale Präsenz des Orchesters. Das OSR hat für rund ein Dutzend internationale Labels aufgenommen und dafür zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Internationale Tourneen führten das OSR in bedeutende Konzertsäle Europas, unter anderem in Berlin, London, Wien, Salzburg, Paris, Amsterdam, Moskau, St. Petersburg, Brünn und Madrid. In Asien gastierte es in Tokio, Seoul, Peking, Shanghai und Mumbai, auf dem amerikanischen Kontinent in Boston, New York, San Francisco, Washington, São Paulo, Buenos Aires und Montevideo. Im März 2026 debütierte das Orchester unter anderem in der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie de Paris und dem Koncerthuset in Kopenhagen.

Das OSR gastiert bei zahlreichen Festivals, darunter das Budapester Frühlingsfestival, die Chorégies d’Orange, das Festival de Música de Canarias, das Osterfestival, das Lucerne Festival, Les Nuits Romantiques in Aix-les-Bains, das Festival de Radio France et Montpellier, das Gstaad Menuhin Festival, der Septembre Musical de Montreux-Vevey, das Festival International de Santander, die Robeco Zomerconcerten in Amsterdam, das Grafenegg Festival in Österreich und die BBC Proms in London. Seit 2020 veranstaltet das OSR zudem ein eigenes Festival in Genève-Plage am Ufer des Genfersees. Dort traten unter anderem Yoav Levanon, Marzena Diakun, Francesco Piemontesi und der Sänger Matt Dusk auf.

Die Vermittlung sinfonischer Musik an ein junges Publikum nimmt einen besonderen Platz unter den Aufgaben des OSR ein. Das Orchester bietet ein vielfältiges Programm: musikpädagogische Angebote zur Vorbereitung auf Konzerte, «Doudou-concerts» für Kleinkinder ab sechs Monaten, «Concerts pour petites oreilles», bei denen Kinder ab vier Jahren Instrumente ausprobieren können, sowie Familienkonzerte in der Victoria Hall. Hinzu kommen Schulkonzerte und offene Proben für Schulklassen in Zusammenarbeit mit dem Genfer Bildungsdepartement (DIP). Eine jährliche Tournee durch die französischsprachige Schweiz ermöglicht Schülerinnen und Schülern aus allen Westschweizer Kantonen, die Auftritte des Orchesters zu besuchen.

Die Stadt Genf, die Republik und der Kanton Genf, die Stadt Lausanne, der Kanton Waadt, Radio Télévision Suisse, die Association des Amis de l’OSR sowie zahlreiche Sponsoren und Förderer unterstützen das Orchestre de la Suisse Romande.

Zu sehen in

Berner Symphonieorchester

Gastkonzert: Rendezvous mit Rachmaninow

Tickets
 CHF 20 - 90