Zwei Paare, zwei lange und glückliche Ehen – oder etwa nicht? Was ist wahr, was ist Illusion, und wo schlummert welche Lebenslüge? Nach über 50 Jahren Ehe will Danny sich bei seiner Frau Sandra bedanken: für ihre Liebe und das Glück, das sie zusammen hatten, denn wahre Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Sandra kommt nicht zu Wort, und nach seiner Rede stirbt Danny zufrieden. Ein Jahr später aber gesteht sie Dannys bestem Freund Alfred: Sie hat nicht ihren Ehemann, sondern immer nur Alfred geliebt. Heimlich, aber glücklich. Alfred wiederum erkennt nun, dass auch er – ohne es zu wissen – ein Leben lang Sandra geliebt hat, und nicht seine Frau Margret, was er dieser in alles Ehrlichkeit gesteht. Diese nun gesteht Alfred eine lebenslange Affäre zu Danny. Aber das nur im Spass.
Illusionen heisst das Vier-Personen-Stück des in Sibirien geborenen Dramatikers Iwan Wyrypajew. Der Cast: Zwei Paare jenseits der 80, gespielt von vier Schauspieler*innen um die 30. Am Ende ist nichts gewiss – ausser dem Tod, und Liebe ist überall, ausser da, wo man sie vermutet. Die slowenische Regisseurin Nina Rajić Kranjac wurde jüngst von der Zeitschrift The Stage als eine der fünf interessantesten Nachwuchs-Regisseur*innen Europas genannt. In Bern wird sie Wyrypajews Stück um Liebe und Wahrhaftigkeit, Begehren und Glück auf die Bühne der Vidmarhallen bringen und damit ihr Debüt im deutschsprachigen Theater geben.