Nina Rajic Kranjac
Nina Rajić Kranjac (geb. 1991 in Belgrad, Serbien) ist eine slowenische Theaterregisseurin, die für ihre einfallsreichen, sozial engagierten und Grenzen überschreitenden Arbeiten im zeitgenössischen Theater bekannt ist. Durch kühne Neuinterpretationen klassischer und moderner Texte sowie durch kollaborative, experimentelle Performance-Projekte hat sie sich als bedeutende Stimme im europäischen Theater etabliert. Rajić Kranjac studierte Theater- und Rundfunkregie in der Klasse des slowenischen Regisseurs Tomi Janežič und entwickelte dabei einen interdisziplinären Ansatz, der immersive Bühnenkunst mit thematischer Tiefe verbindet. Ihre frühe Studentenproduktion „1981“ von Simona Semenič erregte Aufmerksamkeit durch ihren innovativen Umgang mit persönlicher und politischer Erinnerung. Sie festigte ihren Ruf mit Inszenierungen wie „Solo“, einer improvisierten Erkundung von Präsenz und Theaterarbeit, und „Our Class“, einer kraftvollen Inszenierung von Tadeusz Słobodzianeks Stück über den Aufstieg des Faschismus. Sie inszenierte Stücke von Horvath, Molière, Štivičić, Vyrypaev und vielen anderen. Rajić Kranjac wurde von einem führenden britischen Theatermagazin unter die fünf vielversprechendsten europäischen Regisseur*innen gewählt, wobei die lebendige Bandbreite und der poetische Reichtum ihrer Arbeit hervorgehoben wurden. Ausserdem erhielt sie für mehrere ihrer jüngsten Inszenierungen den renommierten slowenischen Prešeren-Fonds-Preis für künstlerische Leistungen, darunter „Angels in America“, eine von der Kritik gefeierte Inszenierung von Tony Kushners Epos.