Ein Bericht für eine Akademie

nach der Erzählung von Franz Kafka

Rotpeter steht jeden Abend auf der Bühne und amüsiert das Publikum als Kuriosität – ein Affe, der sich aufführt wie ein Mensch. Es war ein weiter Weg dorthin: Gefangen, verschleppt und vor die Wahl gestellt – Zoo oder Bühne – lernt er eifrig alles, was es braucht, um in der neuen Welt Fuss zu fassen. Er lernt zu sprechen, zu trinken, zu rauchen – ein echter Durchschnittseuropäer. Heute Abend spricht er vor den Mitgliedern der Akademie von seiner gewaltsamen Humanisierung: «Freiheit wollte ich nicht. Nur einen Ausweg. Sollte der Ausweg auch nur eine Täuschung sein.» In seiner 1917 erschienenen Erzählung untersucht Kafka, was es heisst, ein Mensch zu sein in einer unmenschlichen Welt.

Kilian Land, neu im Ensemble des Schauspiels Bern, präsentiert den Text als Monolog in einer Übernahme vom Düsseldorfer Schauspielhaus: «Mit sparsamen Mitteln und überzeugender Darstellungskraft gelingt dem Schauspieler ein berührendes Theatererlebnis.» (Rheinische Post)

Übernahme vom Düsseldorfer Schauspielhaus

Dauer:
50 Minuten

Einführungstext von Dramaturgin Lynn Takeo Musiol


Hinweis: Die Inszenierung verwendet Stroboskopeffekte, die unter Umständen epileptische Anfälle auslösen können.

© Sandra Then
© Sandra Then
© Sandra Then
© Sandra Then
© Sandra Then
© Sandra Then
© Sandra Then

«Roger Vontobel, der neue Schauspieldirektor der Bühnen Bern, inszeniert diesen skurrilkomischen Text als kongeniale One-Man-Show (…). Kilian Land überzeugt vollumfänglich als tragikomischer Möchtegernmensch mit haarigen Händen. Er beherrscht die ganze Klaviatur der Emotionen, von sympathischer, leicht ironischer Zurückhaltung bis hin zur Verzweiflung des gejagten Tiers. (…) Kilian Lands Rotpeter ist vor allem eins: eine Figur, mit der man sich identifizieren kann, denn seine brutale und oft auch lächerliche «Kultivierung» hält uns allen einen Spiegel vor, sodass einem das Lachen im Halse stecken bleibt.»

Joanna Nowotny (der Bund)