Tuntschi. Eine Häutung

von Lydia Haider, Barbi Marković, Maria Muhar und Stefanie Sargnagel (Wiener Grippe/KW77)

Uraufführung
 

Seit Urzeiten erzählen sich die Menschen in den Bergen die Geschichte vom Sennentuntschi. Von vier Sennen aus Langeweile erschaffen, soll es zum Leben erwacht sein und sich blutig an seinen Schöpfern gerächt haben. Bis heute treibt es sein Unwesen in Filmen, Erzählungen und Büchern. Vier Wiener Schriftstellerinnen haben sich im Auftrag des Schauspiels Bern auf Forschungsreise begeben: mit einem klapprigen Bus durch einsame Täler und verschneite Berge, auf den Spuren der Schweizer Sage. Was als harmloser Roadtrip beginnt, wird bald zu einer Fahrt in mythische Abgründe und reale Albträume, die buchstäblich unter die Haut gehen: Der Geist des Sennentuntschi erwacht und ruft gemeinsam mit allen Tuntschis, Sexpuppen und Avataren dieser Welt zur Rache auf.

Vier Shootingstars der österreichischen Literaturszene, die unter anderem durch ihre satirischen Reiseberichte bekannt geworden sind und gegenwärtig zu den stärksten und mutigsten Stimmen ihrer Generation zählen, wagen einen Blick von aussen auf einen Urschweizer Mythos und schreiben ihn in Gegenwart und Zukunft fort – feministisch, komisch, wütend. Inszeniert wird der kollektive Theatertext von der Regisseurin Sara Ostertag, die für ihre genresprengenden Arbeiten vielfach ausgezeichnet worden ist.

Als Live-Musikerin auf der Bühne ist die Bratschistin, Sängerin, Komponistin und Performerin Jelena Popržan zu erleben, deren 2020 erschienenes Solo-Album «La Folia» von der Presse gefeiert wurde.

Dauer:
ca. 1 Stunde 30 Minuten, ohne Pause


Hinweis: Die Inszenierung verwendet Stroboskopeffekte, die unter Umständen epileptische Anfälle auslösen können.

© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano
© Yoshiko Kusano

«Sara Ostertag betont die Groteske und die phantastischen Elemente, die der Text anbietet, den surrealen, kranken Traum, dabei durchgehend stimmungsvoll musikalisiert mit dem Dark Folk und den archaisierenden Gesängen der hinreißenden Musikerin Jelena Popržan.»

Andreas Klaeui, Nachtkritik

«Heimlicher Star des Stücks ist die Musikerin Jelena Popržan: Sie bleibt dezent im Hintergrund, liefert aber mit ihrem urigen Jodelgesang und Bratschenspielden perfekten Soundteppich für das Stück.»

Flavia von Gunten, Berner Zeitung

«Überhaupt findet die österreichische Regisseurin Sara Ostertag manchen Weg, den unheimlichen Geist der Bergwelt auf der Bühne einzufangen.»

Lena Rittmeyer, Der Bund