Rotpeter steht jeden Abend auf der Bühne und amüsiert das Publikum als Kuriosität – ein Affe, der sich aufführt wie ein Mensch. Es war ein weiter Weg dorthin: Gefangen, verschleppt und vor die Wahl gestellt – Zoo oder Bühne – lernt er eifrig alles, was es braucht, um in der neuen Welt Fuss zu fassen. Er lernt zu sprechen, zu trinken, zu rauchen – ein echter Durchschnittseuropäer. Heute Abend spricht er vor den Mitgliedern der Akademie von seiner gewaltsamen Humanisierung: «Freiheit wollte ich nicht. Nur einen Ausweg. Sollte der Ausweg auch nur eine Täuschung sein.» In seiner 1917 erschienenen Erzählung untersucht Kafka, was es heisst, ein Mensch zu sein in einer unmenschlichen Welt.
Kilian Land, neu im Ensemble des Schauspiels Bern, präsentiert den Text als Monolog in einer Übernahme vom Düsseldorfer Schauspielhaus: «Mit sparsamen Mitteln und überzeugender Darstellungskraft gelingt dem Schauspieler ein berührendes Theatererlebnis.» (Rheinische Post)
Übernahme vom Düsseldorfer Schauspielhaus
Dauer:
50 Minuten
Einführungstext von Dramaturgin Lynn Takeo Musiol
Hinweis: Die Inszenierung verwendet Stroboskopeffekte, die unter Umständen epileptische Anfälle auslösen können.