Maria Riccarda Wesseling

Mezzosopran

Maria Riccarda Wesseling feierte ihren internationalen Durchbruch 2006 an der Opéra National de Paris als Iphigénie in „Iphigénie en Tauride“ in der Regie von Krzysztof Warlikowski unter Marc Minkowski. In 2011 sang sie die Iphigénie am Teatro Real Madrid, diesmal in der Regie von Robert Carsen unter Thomas Hengelbrock. 

In den Jahren 2008, 2012, 2014 und 2018 verkörperte sie an der Opéra National de Paris die Rolle des Orpheus in „Orpheus und Eurydike“ in der Choreografie von Pina Bausch. Den Orpheus sang sie auch beim Lincoln Centre Festival New York, beim Athens Festival Epidauros und am Teatro Real Madrid. 

An der Staatsoper Unter den Linden Berlin verkörperte sie 2007 die Titelpartie in der Uraufführung von Henze`s Oper „Phaedra“ und sang die Partie später auch an der Monnaie in Brüssel und im Barbican Centre London. An der Opéra National de Lyon war sie als Malaspina in Sciarrinos „Luci mie traditrici“, als Bianca in Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ und als Metella in „La vie Parisienne“ (Regie: Laurent Pelly) zu erleben. Bei der Opéra National de Bordeaux sang sie die Hedwig in Offenbachs „Rheinnixen“, die Irma in Peter Eötvös „Le Balcon“ und die Titelpartie in Offenbachs „La belle Hélène“. An der Oper ABAO in Bilbao war sie als Sesto in Giulio Cesare und in der Titelrolle von Bizets „Carmen“ zu Gast. An der Staatsoper Stuttgart verkörperte sie 2011 und 2013 die Marguerite in „Damnation de Faust“, 2019 die Herodias in „Salome“ und 2023 die Kabanicha in „Katja Kabanova“. Die für 2020 geplanten Vorstellungen als Klytämnestra in Konwitschnys „Elektra“ wurden coronabedingt abgesagt. Am Grand Théâtre de Genève war sie als Giulietta in „Les contes d’Hoffmann“, an der Nationaloper Helsinki als Pèlerin in Kaaja Saariahos „L’amour de loin“ (Regie: Peter Sellars), in der Nationalen Oper Amsterdam als Orlofsky in der „Fledermaus“, am Theater St.Gallen als Marie in „Wozzeck“, am Gran Teatre del Liceu Barcelona als Marcellina in „Le nozze die Figaro“ und am Theater Basel als Königin in Holligers „Schneewittchen“ (Regie: Achim Freyer) zu Gast. Die Marguerite in „La damnation de Faust“ sang sie auch in Valencia und an der Vlaamse Opera in Antwerpen. An die Vlaamse Opera kehrte sie 2020 als Jezibaba in „Rusalka“ , 2022 als Begbick in „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ und im Juni 2024 als Buryia in Robert Carsens „Jenufa“ zurück. Ans Teatro Real Madrid kehrte sie als Ottavia in Warlikowskis Produktion von „Poppea e Nerone“ zurück, nach St.Gallen als Anna in der Uraufführung von David Philip Hefti’s „Annas Maske“.

Bei der Ruhrtriennale sang sie 2009 „Sing für mich, Tod“ von Claude Vivier und 2015 die Fricka in Rheingold unter Teodor Currentzis. Hermione in der Wiederentdeckung von Gretry’s „Andromaque“ sang sie am Théâtre des Champs-Élysées Paris, bei den Schwetzinger Festspielen, bei den Gluck Festspielen Nürnberg und beim Festival de Radio France in Montpellier. Die Bianca in „Florentinische Tragödie“ sang sie nach Lyon auch an der Oper Frankfurt und in Teneriffa. 2019 debütierte sie als Amneris in „Aida“ und bestritt mit einer von Nigel Lowery inszenierten Version von Frank Martin’s „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ eine Solovorstellung. Im November 2024 folgt eine inszenierte Version der Winterreise in der Bearbeitung von Gregor Meyer für mittlere Stimme und Chor.

In den ersten Jahren ihrer Karrière sang die Schweizer Mezzosopranistin zahlreiche Händelpartien wie die Titelpartie in „Amadigi“ bei den Händelfestspielen Halle und auf Tournee durch Spanien, Dejanira in „Hercules“ bei den Schlossfestspielen Potsdam, Medea in „Teseo“ bei den Händelfestspielen Halle, bei den Barockfestivals in Bayreuth und Hannover Herrenhausen, die Titelpartie in „Rinaldo“ am Theater Luzern oder die Titelpartie von „Rodrigo“ in Metz und Salamanca. Ausserdem sang sie in Calais,  Arras und Béthune die Titelrolle in Rossini’s „Cenerentola“. Zu jener Zeit war Maria Riccarda Wesseling regelmässiger Gast bei den Bühnen Bern und hier unter anderem in der Titelpartie von Bizet’s „Carmen“, in der Titelpartie von Händels „Giulio Cesare“, als Idamante in „Idomeneo“, als Fenena in Verdis „Nabucco“, als Pèlerin in Kaaja Saariahos „L’amour de loin“, als Olga in Eötvös’ „Tri Sestri“ und als Kassandra in Aribert Reimanns „Troades“ zu erleben.

Auch auf den internationalen Konzertbühnen ist sie regelmässiger Gast. So war sie vor kurzem in der Kölner Philharmonie mit Berios „Folksongs“ unter Duncan Ward zu hören. Ausserdem in der Altpartie der Johannespassion unter Riccardo Chailly im Gewandhaus Leipzig und unter Eduardo Lopez Banzo beim Festival Baden-Baden und beim Bachfest Leipzig. Sie sang im Concertgebouw Amsterdam und in der Kölner Philharmonie die ”Nuits d ́été” von Berlioz mit dem Concertgebouworkest unter David Zinman, war unter Leitung von Peter Eötvös mit dem Ensemble Intercontemporain in der Philharmonie de Paris sowie mit dem Mahler Chamber Orchestra in der Kölner Philharmonie und in der Cité de la musique Paris zu Gast, im Auditori Barcelona mit Mahlers „Kindertotenlieder“, bei der Ruhrtriennale in Beethoven ́s Missa Solemnis und in der Essener Philharmonie und im Stadtcasino Basel mit „Poeme de l’amour et de la mer“ unter Marc Minkowski. Sie sang Frank Martin’s „Weise von Liebe und Tod“ unter Roberto Gonzalez-Monjas in Davos, ihr Lieblingswerk „Das Lied von der Erde“ von Mahler unter Otto Tausk in der Tonhalle St.Gallen und unter Douglas Boyd mit dem Musikkollegium Winterthur. Bevorstehende Projekte sind die Neunte von Beethoven in Antwerpen unter Alejo Perez und der Elias von Mendelssohn in Zürich und Bern.

Kammermusik und Liederabende sang sie unter anderem im Gewandhaus Leipzig, im Palazetto Bru Zane Venedig, im Concertgebouw Amsterdam, in der Laeiszhalle Hamburg, im Palau de la Musica Barcelona, in der Tonhalle Zürich und bei diversen internationalen Festivals. 

Zahlreiche Solo-CDs , Gesamteinspielungen und DvD-Mitschnitte belegen das vielseitige Schaffen der Bündnerin.

Parallel zu ihrer sängerischen Laufbahn führt Maria Riccarda Wesseling seit 2018 Regie im Musiktheater. Zur Zeit läuft am Theater TOBS ihre Inszenierung von Stravinsky’s „The Rake’s progress“. Im Sommer 2024 inszeniert sie im Passionsspielhaus Selzach Bizet’s „Carmen“. 2026 folgt eine Uraufführung am TOBS. Ihre Inszenierung von Brittens „The Rape of Lucretia“ aus 2018 wird in 2027 in einer Koproduktion der Nationaloper Amsterdam und der Niederländischen Reisopera neu produziert werden.

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Jenůfa

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