In seiner abendfüllenden Choreografie bezieht sich der Choreograf Giuseppe Spota auf alte italienische Erzählungen, denen zufolge die Fee (ital. Fata) Morgana mit Luftspiegelungen Seefahrer oder auch Wüstenwanderer in die Irre führte. Nicht länger auf Mythen beschränkt, basiert ihre Magie heute auf Daten und Morgana residiert auf unseren Bildschirmen: In Feeds erzeugt sie als endloser Strom kuratierter Gegenwart die Illusion von Realität und Nähe. Giuseppe Spota zeigt uns eine Welt voller Täuschungen und spiegelt unsere digitale Ära, in der soziale Medien schleichend die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen lassen.
In einer extra für diesen Tanzabend in Auftrag gegebenen Komposition von Christof Littmann verschränken sich orchestrale mit elektronischen Klängen zu einer vielschichtigen, schillernden Klangwelt, in der mythische Tiefe und digitale Flüchtigkeit einander durchdringen. Ein Tanzabend, der akustisch und visuell die Figur der Morgana mit den zeitgenössischen Illusionen digitaler Medien verbindet.