Gezeichnet vom schweren Verlust seines elfjährigen Sohnes zieht William Shakespeare nach London und beginnt, sein wohl berühmtestes Drama zu schreiben: Hamlet.
Der dänische Prinz Hamlet wird von einem Geist heimgesucht. Wenn Tote als Geister wiederkehren, rufen sie meist nach Rache und Gerechtigkeit. So auch in diesem Fall: Es ist der Geist des Vaters, der Hamlet keine Ruhe lässt. Aus reiner Machtgier soll Hamlets Onkel Claudius ihn vergiftet und vom Thron gestossen haben. Aber stimmt das? Und selbst wenn die Rache an seinem Onkel gerecht wäre, wäre sie auch moralisch vertretbar?
Es sind die Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Welt und der Menschen, die ihn zerreissen: Was ist real, was Illusion? Sieht er wirklich den Geist seines Vaters, oder ist es nur die Manifestation seiner Schuldgefühle? Wer sagt die Wahrheit, wer täuscht und manipuliert? Wer verstellt sich, um Macht zu gewinnen? Die renommierte Regisseurin Mina Salehpour, die an Theatern in Oslo, Amsterdam und am Burgtheater Wien inszeniert und sich dem Berner Publikum bereits mit der Inszenierung Zeit für Freude von Arne Lygre vorgestellt hat, bringt in Bern den wohl bekanntesten Theatertext auf die Bühne des Stadttheaters.