Es ist 12:37 Uhr am 14. Juni 1946. Einem kleinen Jungen wird das Fahrrad weggenommen, Golden Baby Donald J. kommt auf die Welt und ein Fernseher ins Hause Trump – das Versprechen einer grossen Zukunft. Einige Jahre später versteht dieser Golden Boy auf einem Baseballfeld plötzlich die gesamte Dimension des Wortfeldes Macht, und dass jeder Brand mit einem kleinen Funken anfängt. Ungefähr zur gleichen Zeit in Leningrad: Ein kleiner, dünner Junge lernt Kampfsport. Sein Ziel: Knochen brechen. Auch seine Familie besitzt einen Fernseher. Doch das ist hier nichts, womit man prahlt. Im Gegenteil, erklärt der Vater, Mitarbeiter des KGB, das hält man geheim. Von diesem Moment an will auch der junge Wladimir Wladimirowitsch ein Beamter in diesem mächtigen Apparat werden.
In seinen jüngsten Werken DONALD und Der Zar widmet sich der italienische Dramatiker Stefano Massini zwei ebenso dominierenden wie zwiespältigen Figuren unserer Gegenwart und beschreibt diese in ikonischen Momenten ihres Lebens. Es sind die beiden mächtigsten Männer der Welt: Donald Trump und Wladimir Putin. Doch wo hat es angefangen? Wo liegen die Ursprünge dieses unbedingten Machtwillens, der unsere Welt zurzeit aus den Angeln hebt? Entstanden und uraufgeführt wurden beide Stücke getrennt. In Bern erzählt Schauspieldirektor Roger Vontobel den Aufstieg der zwei Herrscher parallel und bringt damit nach Eichmann – wo die Nacht beginnt zwei weitere Werke von Stefano Massini zur deutschsprachigen Erstaufführung.