Julian Prégardien gilt als einer der prägenden Tenöre seiner Generation. Bei den Salzburger Festspielen, an der Bayerischen Staatsoper und in den grossen Konzertsälen Europas wird er regelmässig als Bach- und Mozartsänger gefeiert. Seine grosse Liebe gilt dem Lied. Er ist ein charismatischer Botschafter dieser Gattung, ausgehend vom Kosmos Franz Schuberts. 2026 wurde Julian Prégardien künstlerischer Leiter des Heidelberger Frühling Liedzentrums, zudem ist er Professor für Oratorium in München.
Julian Prégardien gab zuletzt 2013 zusammen mit Julius Drake einen Liederabend bei Kammermusik Bern.
Yael Kareth ist Leibinger-Professorin für Transkulturelle Musikvermittlung und Musikpädagogik an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin. Zuvor leitete sie die Musikabteilung der Israelischen Oper und trat in Israel in einem breiten Spektrum von Kammermusik bis zu interdisziplinären Projekten auf. Als international tätige Liedpianistin und Kammermusikerin arbeitete sie mit Künstler*innen wie Thomas Hampson, Waltraud Meier, Guy Braunstein und Avi Avital. Die Pianistin gibt mit diesem Konzert ihr Debüt in Bern.
Die drei Musiker*innen Idil Bursa, Erik Mirzoyan und Andrés Gómez gehören zur jungen Generation der Barenboim-Said-Akademie Berlin, die eine künstlerische Ausbildung mit einem transkulturellen Ansatz verbindet. Sie konzertieren bereits international als Solist*innen und Kammermusiker*innen, u. a. in Zusammenarbeit mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra, und sind regelmässig in bedeutenden Konzertsälen und auf Festivals vertreten.
«An die Ferne Geliebte – From a Distance» erkundet die Gefühlswelten von Sehnsucht, Zugehörigkeit und Heimat – Themen, die uns alle in einer Welt ansprechen, in der Bewegung, Migration und ständiger Wandel zur alltäglichen Realität geworden sind. Die Musiker*innen auf der Bühne tragen eine persönliche Geschichte des Aufbruchs, der Ankunft und der Neudefinition dessen, was «Heimat» bedeutet, mit sich.
«Weit bin ich von dir geschieden, trennend liegen Berg und Tal zwischen uns», mit diesen Zeilen beginnt Ludwig van Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte. Die sechs ineinander übergehenden Lieder aus dem Jahr 1816 umkreisen die Trennung von einer geliebten Person und entstanden in einer Zeit, in welcher der Komponist zunehmend vereinsamte.
In seinem letzten Lebensjahr 1828 komponierte Franz Schubert eine Reihe verschiedene Lieder, die erst nach seinem frühen Tod unter dem Titel Schwanengesang herausgegeben wurden. Sehnsucht, Liebesverlust, Abschiedsschmerz und Naturverbundenheit sind Themen der in dieser Sammlung enthaltenen Lieder nach Gedichten von Ludwig Rellstab.
Das Klarinetten-Trio A-Dur komponierte Johannes Brahms, nachdem er sein Testament geschrieben und erklärt hatte, nie wieder Musik zu schreiben; es ist eine Wiederentdeckung seiner eigenen inneren Stimme. Seine poetischen Linien tragen das Gewicht einer lebenslangen unerfüllten Liebe und einer tiefen Einsamkeit, offenbaren aber auch eine sanfte Rückkehr zum Leben – als würde ihn die Musik selbst nach Hause ziehen.
Als erster bedeutender türkischer Komponist, der westliche klassische Komposition mit den Farben der türkischen Folklore verband, schuf Ahmet Adnan Saygun Musik, die zwischen den Welten steht. Sie spiegelt die Wurzeln der Vorfahren wider und erschliesst gleichzeitig neue musikalische Räume.
Wolfgang Reifeneders Crossover ist ein Stück, das die Snare Drum dazu herausfordert, über ihre übliche Rolle hinauszugehen. Es löst stilistische Grenzen auf und hinterfragt unsere Vorstellung davon, was ein Instrument (oder ein Mensch) sein kann. Es formt die Snare Drum zu einer solistischen Stimme um – ausdrucksstark, agil und unverkennbar lebendig.
Alma Llanera ist mehr als nur ein beliebtes venezolanisches Lied, es gehört zur Ebene Venezuelas, den Llanos, die einen besonderen Platz in der Geschichte unseres Perkussionisten einnehmen. Seine Rhythmen und Melodien tragen den Geist dieser Landschaft in sich, voller Wärme, Nostalgie und dem Klang der Heimat.
Gespielt auf dem armenischen Duduk – einem Instrument, dessen intimer, altertümlicher Klang seit Jahrhunderten die Geschichten des armenischen Volkes transportiert – wird Dle Yaman zu einer direkten Verbindung zum kollektiven Gedächtnis Armeniens.
From a distance wurde 1985 von Julie Gold geschrieben, die sich zu dieser Zeit in New York mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt. Als ihr das Klavier ihrer Familie geliefert wurde, komponierte sie diesen Song, der beschreibt, wie die Welt aus der Ferne friedlich und harmonisch erscheint. Durch die Einspielung von Bette Midler aus dem Jahr 1990 wurde der Song zum Welterfolg.