Die Frage des Stücks ist ein Evergreen: Wie prägt unsere Sprache unseren Platz in der Gesellschaft? Eliza Doolittle will ihrem Milieu entkommen und packt die Gelegenheit beim Schopf: Sie will beim berühmten Phonetik-Professor Henry Higgins die Hochsprache erlernen – und sie übt: «Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen» oder «Ich sehe Krähen in der Nähe, Rehe noch eher näher». Und wie es so oft geschieht: Plötzlich kommen Begehren und Liebe ins Spiel.
Frederick Loewes Musical-Klassiker My fair Lady von 1956 ist Gesellschaftssatire und Liebeskomödie in einem. Und so sicher ist es auch nicht, wer – oben oder unten – wen eigentlich unter welchen Voraussetzungen wie liebt. Aber Axel Ranisch hat in Bern schon mit dem Erfolg von La Cage aux folles bewiesen, dass Liebe in vielen Spielformen auf der Bühne von Glück erzählen kann. Auch diesmal sind die Geschwister Pfister mit von der Partie: Christoph Marti, dessen Berner Theatererinnerungen bis zu einer My fair Lady-Aufführung in seiner Kindheit zurückreichen, und Tobias Bonn versprechen nicht nur phonetischen Sprachwitz, sondern auch ein spielerisches Ja zur Liebe ohne gesellschaftliche Schranken.